Abenteuer · 5 min
Ein Erste-Hilfe-Set fürs Wandern packen
Auf dem Trail zählt das Gewicht, und Blasen sind die Verletzung, die Sie wirklich bekommen.
Beim Wandern bestimmen zwei Einschränkungen den Inhalt der Apotheke: das Gewicht, das Sie tragen, und die Entfernung zur nächsten Apotheke.
Die Blase, die eigentliche Wanderverletzung
Es ist nicht der Bruch und nicht die Verstauchung, es ist die Blase. Sie verkürzt Tage und ruiniert Routen.
Behandeln Sie sie, bevor sie entsteht. Sobald eine Stelle heiss wird, anhalten und abdecken. Fünf Minuten Pause ersparen zwei Tage Humpeln.
Nehmen Sie Hydrokolloid-Pflaster in mehreren Formen mit — Ferse, Zehe, Sohle — dazu ein Anti-Reibungs-Tape. Gewöhnliche Pflaster halten im Schuh nicht.
Der Rest, der sein Gewicht wert ist
Pflaster und sterile Kompressen, für die Schnitte und Schürfungen, die felsiges Gelände erzeugt.
Fixierbinde. Sie hält einen Verband, stützt einen Knöchel, sichert eine improvisierte Schiene. Der vielseitigste Posten für sein Gewicht.
Antiseptische Lösung. Bei Feuchtigkeit infiziert sich eine schlecht gereinigte Wunde rasch.
Eine Zeckenzange. In der Schweiz wie in weiten Teilen Europas unverzichtbar, sobald Sie in Wald oder hohem Gras unterwegs sind. Entfernen Sie die Zecke rasch und notieren Sie das Datum.
Eine Rettungsdecke. Fünfundfünfzig Gramm. Sie zählt, wenn jemand verletzt ist und auf Hilfe warten muss, auch bei schönem Wetter: Stillstand kühlt in der Höhe schnell aus.
Elektrolyt-Tabletten. Ein langer Gehtag lässt mehr schwitzen, als man bemerkt.
Das Etui zählt
Ein wasserdichtes Etui ist kein Luxus. Ein Gewitterregen oder ein Sturz in einen Bach verwandelt eine Apotheke in nassen Karton, und feuchte Pflaster haften nicht mehr.
In der Höhe
Die Sonne ist schärfer und die Luft trockener. Lippenbalsam mit LSF, filternde Brille und hoher Sonnenschutz sind über 2500 Metern nicht optional, auch bei Bewölkung.
Was keine Apotheke ersetzt
Eine Apotheke gleicht weder eine falsch eingeschätzte Route noch eine ignorierte Wetterprognose aus. Prüfen Sie vor einer Bergtour die Verhältnisse, sagen Sie jemandem Ihre Route, und kennen Sie die Rettungsnummer — 1414 für die Rega in der Schweiz, 112 in Europa.
Für Höhentrekking oder abgelegene Expeditionen holen Sie ärztlichen Rat ein: Der Höhenkrankheit beugt man durch das Aufstiegstempo vor, nicht durch den Inhalt einer Apotheke.